Leichen pflastern seinen Weg – John Wick: Kapitel 3 – Parabellum

Mit John Wick: Kapitel 3 – Parabellum geht der Rächer John Wick in die dritte Runde. Keanu Reeves macht seine Sache gut und hinterlässt eine Spur der Verwüstung. Dem Action-Fan wird es gefallen, wer nicht so sehr auf Blut und Brutalität steht, wird sich mit John Wick: Kapitel 3 – Parabellum schwer tun.   

Hollywood setzt auf Fortsetzungen. Bewährtes in bewährter Form weiterspinnen – das bringt in der Regel Geld in die Kinokasse. Bereits nach 11 Tagen hatte „Avengers: Endgame“ mit einem Einspielergebnis von 39,63 Millionen Euro den Gesamtumsatz von „Avengers: Infinity War“ übertroffen und ist damit der erfolgreichste Superheldenfilm aller Zeiten und der erfolgreichste Film seit „Star Wars: Die letzten Jedi“. Das wird beim dritten Teil von John Wick ebenso werden. Unser Held, der einsame Rächer, überzeugt in John Wick: Kapitel 3 – Parabellum, wirklich viel Neues bringt er aber nicht außer noch mehr Leichen und deutlich mehr Brutalität.

Mehr Action als Unterhaltung
Es gab mal einen Italo-Western mit Namen „Leichen pflastern seinen Weg“ von 1968 mit Jean-Louis Trintignant und Klaus Kinski in den Hauptrollen. Dieser Titel könnte auch bei John Wick: Kapitel 3 – Parabellum stehen. Der Film hinterlässt Filmtote en masse. Jetzt bin ich sicherlich nicht empfindlich, doch ich war schon verwundert, wie groß das Gemetzel und die Härte in diesem Film ist. Es heißt ja Action-Unterhaltung, die Betonung liegt bei John Wick 3 sicherlich mehr auf Action als auf Unterhaltung. Wer sich damit anfreunden kann, der bekommt ein fabelhaftes Produkt im Scala präsentiert. Langeweile kommt bei dem Film nicht auf und wer über den einen oder anderen Logik-Fehler hinwegsieht (oder ihn vor Action gar nicht erst bemerkt), der ist wunderbar bedient.

Kurz zum Inhalt:
John Wick ist auf der Flucht, nachdem er Santino D’Antonio im Continental getötet hat. Da ein Kopfgeld in Höhe von 14 Millionen US-Dollar auf ihn ausgesetzt wurde und er durch den Mord an D’Antonio sämtliche Privilegien, die ihm als Mitglied des Continentals gewährt worden waren, verwirkt hat, versucht er nun, aus New York City zu entkommen.
Und damit wird auch klar: Wer John Wick 1 und 2 nicht gesehen hat, der wird sich mit dem dritten Teil anfangs etwas schwer tun. Die Story geht nahtlos weiter. Ende des zweiten Teils ist Beginn des dritten Teils. Hauptdarsteller Keanu Reeves kämpft sich durch das Drehbuch und geht keiner Konfrontation aus dem Weg. Bewährte Action-Kinokost in bewährter Form weitergeführt. Allerdings nimmt die Härte im Vergleich zu Teil 1 und 2 deutlich zu. Ich bin sehr angetan von der Choreografie des Films – als Beispiel sei der Messerkampf zu Beginn des Filmes genannt. Ebenso eindrucksvoll sind auch die Tierszenen mit Hund und Pferd. Regisseur Chad Stahelski und sein Kameramann Dan Laustsen haben einen hervorragenden Blick für die Szenen und die Choreografie des Films ist nahezu perfekt. Hut ab.  

Da denkt man nix und trifft Keanu Reeves in Berlin beim Essen. Foto: Gerlach
Da denkt man nix und trifft Keanu Reeves in Berlin beim Essen. Foto: Gerlach

Die Schauspieler verstehen ihr Handwerk. Keanu Reeves spielt John Wick, eine durchtrainierte Halle Berry die Sofia, Laurence Fishburne den Bowery King und Anjelica Huston The Director. Ich freue mich, dass Keanu Reeves seine Rolle gefunden hat. Nach Matrix hatte er sich schwer getan passende Rollen zu finden. Bei der Premiere von John Wick: Kapitel 3 – Parabellum ist Reeves 54 Jahre, ein Alter in dem andere Action-Helden in den Ruhestand gehen.
Mit der Filmmusik von Tyler Bates habe ich mich schwer getan. Ich geb es zu, dass ich mehr auf klassische Score-Komponisten stehe. Tyler Bates gehört als Leadgitarrist der Band Marilyn Manson an, spielte auf dessen Alben und Tour. Das hinterlässt Spuren. Sagen wir es mal diplomatisch: Wer den Soundtrack zu John Wick 2 mochte, der wird den dritten Teil auch mögen.

Auf Wiedersehen und Film ab im Scala,
Euer Matthias vom Scala-Kinematograph

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