Seniorenkino mit Trautmann – Kino als Treffpunkt

„Seniorinnen und Senioren sind eine kritische, aber dankbare Besuchergruppe“, erzählt Markus Schmölz, Geschäftsführer des Scala Kino Fürstenfeldbruck. Zusammen mit dem Seniorenbeirat der Stadt Fürstenfeldbruck veranstaltet das Scala mehrmals im Jahr einen Seniorennachmittag im Kino mit Kaffee und Kuchen. Gezeigt wurde dieses Mal in einer exklusiven Vorpremiere der Marcus H. Rosenmüller-Film „Trautmann“.

Über 110 Seniorinnen und Senioren folgten der Einladung ins Scala zum Seniorenkino. Foto: Lange
Über 110 Seniorinnen und Senioren folgten der Einladung ins Scala zum Seniorenkino. Foto: Lange

Über 110 Seniorinnen und Senioren folgen der Einladung des Seniorenbeirats. Schon eine halbe Stunde bevor das Scala seine Türen öffnet, ist der Andrang groß. Vor den Eingangstüren bilden sich regelrechte Besuchertrauben. Kino als gesellschaftliches Ereignis und Kino als Treffpunkt für die ältere Generation. Bevor der Film im Kino 4 gezeigt wird, gibt es erst einmal Kaffee und Kuchen. Diese Einladung wird dankbar angenommen. Die Schlangen an der Theke sind lang, aber die Scala-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter haben immer ein freundliches Wort und verkürzen die Wartezeit. Es wurde noch ein weiteres Kaffee-Service dazugekauft, um den Ansturm zu bewältigen. Routiniert wird der Kaffee serviert und Kuchen geschnitten und ausgegeben. Der Kuchen ist übrigens selbstgemacht.

Zum Film Trautmann gab es selbstgemachten Kuchen. Foto: Lange
Zum Film Trautmann gab es selbstgemachten Kuchen. Foto: Lange

Das digitale Kino
Hinter den Kulissen des Kinos geht es derweil hektisch zu. Schmölz hat es erreicht, dass der Film „Trautmann“ zwei Wochen vor der offiziellen Premiere dem Publikum gezeigt werden darf. Der Verleih kam den Wünschen des Seniorenbeirats und Schmölzs entgegen und schaltet die Kopie auf den Verleih-Servern frei. Der Code zum Entsperren der digitalen Filmdatei kommt erst 45 Minuten vor der Aufführung. Da ist Konzentration angesagt. Die Mails werden am MacBook Air von Markus Schmölz empfangen, der Schlüssel entpackt und auf einen USB-Stick gezogen. Dieser Stick wird dann in den leistungsstarken Sony-Projektor des Kino 4 eingelesen. Die Zeiten des analogen Films mit Filmspulen sind Vergangenheit. Das Rechtemanagement des Filmverleihs ist genau. Das Kino mit knatternden Projektoren gehört der Vergangenheit an. Die Digitalisierung hat komplett ins Kino Einzug gehalten.
Auch als der Film gestartet ist, muss Markus Schmölz im Kinosaal bleiben. „Ich muss genau aufpassen, wie der Ton bei unseren Zuschauerinnen und Zuschauern ankommt“, erzählt er. Blockbusterkino mit satten Soundeffekten kommt im Seniorenkino nicht so an, da muss der Ton besonders geregelt werden.

Während die Seniorinnen und Senioren Kaffee und Kuchen genießen, wird hinter den Kulissen gearbeitet.  Foto: Lange
Während die Seniorinnen und Senioren Kaffee und Kuchen genießen, wird hinter den Kulissen gearbeitet. Foto: Lange

Auf die Auswahl kommt es an
Der Film „Trautmann“ ist das fünfte Seniorenkino im Scala. Bisher wurden unter anderem gezeigt „Ein Mann namens Ove“, „Grüner wird’s nicht …“ oder auch „Sauerkrautkoma.“ Letzter kam so gut an, dass das Scala einen zweiten Saal für die Kinovorstellung öffnen musste. Der Andrang war enorm.
Den richtigen Film gemeinsam zu schauen, ist aber nur ein Teil des Erfolgs des Seniorenkinos. Markus Schmölz und sein Team legen Wert darauf, dass die Besucherinnen und Besucher miteinander ins Gespräch kommen. Im Foyer des Scala treffen sich die Seniorinnen und Senioren zum Ratsch. Viele kommen früher, um miteinander zu reden und zu lachen.

Schon vor der Öffnung der Kinotüren war der Andrang groß. Foto: Lange
Schon vor der Öffnung der Kinotüren war der Andrang groß. Foto: Lange


Die Auswahl, welcher Film im Seniorenkino gezeigt wird, treffen Markus Schmölz und Birgit Retsch vom Seniorenbeirat der Stadt Fürstenfeldbruck gemeinsam. Birgit Retsch ist eine absolute Filmliebhaberin und hat genaue Vorstellungen, was geht und was nicht geht. Sie hat das letzte Wort. Die Zusammenarbeit zwischen Retsch und Schmölz klappt prima. Die Wahl dieses Mal fiel auf „Trautmann“, denn Rosenmüller ist der „bunteste Hund unter den Regisseuren in Bayern“, so Schmölz. Es wird sogar geplant, das Seniorenkino alle zwei Monate im Scala stattfinden zu lassen. Kino ist ebenso ein Ort der Kommunikation.

Die gemeinsame Idee des Seniorenbeirats und des Scala-Kinos kommt prima an. Foto: Lange
Die gemeinsame Idee des Seniorenbeirats und des Scala-Kinos kommt prima an. Foto: Lange

Der Inhalt von Trautmann
Mit seiner Heldengeschichte setzt Erfolgsregisseur Marcus H. Rosenmüller der deutschen Torhüter-Legende Bernd Trautmann ein beeindruckendes Denkmal. Trautmann gerät zum Ende des Zweiten Weltkrieges in britische Kriegsgefangenschaft. Bei einem Fußballspiel unter deutschen Kriegsgefangen wird der Coach eines Provinzclubs auf sein Talent als Torwart aufmerksam und engagiert ihn für seinen Verein. Dort verliert Trautmann sein Herz an Margaret, die hübsche Tochter des Trainers. Als er nach Kriegsende vom Erfolgsverein Manchester City engagiert wird, löst die Verpflichtung des deutschen „Nazi-Torwarts“ eine große Welle der Entrüstung aus. Erst während des legendären FA-Cup-Finales von 1956 gelingt es dem deutschen Torwart, die Herzen der Fans zu erobern.


Fußballstoffe im Kino können funktionieren, müssen aber nicht. Das „Wunder von Bern“ von 2003 unter der Regie von Sönke Wortmann lief hervorragend in den deutschen Kinos. Sepp Herbergers Fußballmannschaft löste im Sommer 1954 im Nachkriegsdeutschland nach Jahren der Niedergeschlagenheit ungeahnte Euphorie aus.
Bei „Deutschland ein Sommermärchen“ von 2006 gelang wiederum Sönke Wortmann ein Publikumserfolg es. Wortmann begleitete die deutsche Nationalmannschaft auf dem Weg zur und während der Weltmeisterschaft 2006, angefangen beim Confederation Cup, bis zum Spiel um Platz Drei in Stuttgart.
Jetzt sind wir mal gespannt, wie sich „Trautmann“ an der Kinokasse schlägt. Bei der exklusiven Vorpremiere im Scala erzählt der Vorsitzende des Seniorenbeirats Detlef Kurp, welche große Bedeutung Bernd Trautmann für ihn persönlich habe. Kurp besaß sogar ein Originalautogramm des Fußballers.
Wer den Film am Seniorennachmittag verpasst hat, kann ihn offiziell ab 14. März im Scala Fürstenfeldbruck sehen.

Auf Wiedersehen und Film ab im Scala,
Euer Matthias vom Scala-Kinematograph


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