Und der Oscar® geht an …

Das Scala in Fürstenfeldbruck wird Oscar-Filme zeigen.
Das Scala in Fürstenfeldbruck wird Oscar-Filme zeigen.

Es gibt viele Auszeichnungen für Filme, aber der Oscar® ist noch immer der wichtigste Filmpreis der Welt. Vor kurzem wurden in Hollywood die Goldjungen verliehen. Eine Nominierung und gar eine Auszeichnung mit dem Oscar® sorgen dafür, dass ein Film an der Kinokasse und später in der Weiterverwertung ein finanzieller Erfolg wird.

Oscar® bedeutet nicht Qualität
Klar ist aber auch, dass der Oscar® in erster Linie nichts mit der künstlerischen Qualität eines Films zu tun hat. Kritiker bemängeln diesen Umstand immer wieder. Ein ausgezeichneter Film kann für die Filmgeschichte wichtig sein, muss es aber nicht. Große Regisseure wie Alfred Hitchcock (Psycho) oder Stanley Kubrick (The Shining) haben nie einen Oscar® erhalten und dennoch Filmgeschichte geschrieben. Steven Spielberg bekam seinen Oscar® relativ spät. Was aber auf jeden Fall passt: die Filme sind gute Unterhaltung. Im Scala in Fürstenfeldbruck werden viele Filme gezeigt, die den Oscar® in diesem Jahr erhalten haben und das Publikum kann sich auf wunderbares Entertainment freuen.

Oscar® ist ein alter Herr
Aber wir wollen einmal hinter die Kulissen der Oscar®-Veranstaltung schauen. Eigentlich heißt der Preis ja Academy Award of Merit und wird von der US-amerikanischen Academy of Motion Picture Arts and Sciences verliehen. Der Preis hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel. Er wurde am 12. Februar 1929 vom legendären Studioboss Louis B. Mayer ins Leben gerufen und wurde im Februar 2019 zum 91. Mal verliehen.
Es gibt unterschiedliche Versionen, wie der Oscar® zu seinem Namen kam. Mir persönlich gefällt die Version von Margaret Herrick am besten. Das war einst die Vorstandssekretärin der Akademie. Sie sagte wohl: „Der sieht ja aus wie mein Onkel Oscar!“ Und so kam der Oscar® zu seinem Namen, der natürlich längst ein eingetragenes Warenzeichen ist und daher ein ® bei sich trägt.
Die Figur ist 34 Zentimeter groß und bringt rund 7 Pfund auf die Waage. Der Oscar® hat einen 14-karat Goldüberzug über der Statue aus Bronzelegierung. Der Materialwert des Oscar® beläuft sich nach Angaben der Dodge Trophy Company auf rund 200 US-Dollar. Aber natürlich hat der Oscar® einen unglaublichen Marktwert. Wird ein Film mit dem Oscar® ausgezeichnet, dann explodieren in der Regel die Zuschauerzahlen. So wird es wohl auch dieses Mal sein. Schauplatz der Verleihung ist traditionell das Dolby Theatre in Los Angeles. Vor der Verleihung gibt es das Abschreiten der Stars und Sternchens des roten Teppichs unter massivem Blitzgewitter.

Skandale rund um den Oscar®
Die Verleihung ist nicht immer nur eine fette Show. Immer wieder gibt es Peinlichkeiten und Proteste anlässlich der Oscar®-Verleihung. Ich will nur zwei Ereignisse aufgreifen, die berühmt wurden. So lehnte am 5. März 1973 der große Marlon Brando den Oscar® für seine Rolle in dem Mafia-Epos Der Pate von Francis Ford Coppola ab. Als Roger Moore den Gewinner Marlon Brando auf die Bühne rief, trat stattdessen Era Sacheen Littlefeather, Präsidentin des National Native American Affirmative Image Committee, ins Scheinwerferlicht. Sie war in der Kleidung der Apachen gekleidet und lehnte im Namen Brandos den Preis ab. Sie sagte unter Pfiffen: „Heute abend repräsentiere ich Marlon Brando. Er bat mich darum, euch mitzuteilen, dass er diesen großzügigen Preis ablehnt. Grund hierfür ist die Art und Weise, wie die Filmindustrie die amerikanischen Ureinwohner behandelt“. Der Skandal war perfekt und Brando in aller Munde.


Eher humorvoll ging es 1974 zu, als der britische Schauspieler David Niven, ein Gentleman wie er im Buche steht, über die Schauspielerin Elizabeth Taylor sprach. Bei seiner Ansprache rannte ein nackter Mann durchs Bild. Es handelte sich bei dem Flitzer um den Schauspieler Robert Opel. David Nivens britischer Kommentar zu Opel. „Ist es nicht faszinierend zu denken, dass der einzige Lacher, den der Mann wahrscheinlich jemals im Leben bekommt, dafür ist, dass er sich auszieht und seine Defizite zeigt?“.

Die Oscar®-Gewinner 2019
Die Academy Awards werden jedes Jahr in 24 regulären Kategorien vergeben. Hier die Liste mit den diesjährigen Gewinnern, den einen oder anderen Film werden wir in unserem Scala-Kino sehen:

Beste Nebendarstellerin: Gewinnerin: Regina King für „Beale Street“ 

Nominiert: Marina de Tavira für „Roma“, Amy Adams für „Vice – Der zweite Mann“, Emma Stone für „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ und Rachel Weisz für „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“.

Bester Film: Gewinner: „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ 

Nominiert: „Black Panther“, „BlacKkKlansman“, „Bohemian Rhapsody“, „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, „Roma“, „A Star Is Born“ und „Vice – Der zweite Mann“. 

Bester Hauptdarsteller: Gewinner: Rami Malek für „Bohemian Rhapsody“

Nominiert: Christian Bale für „Vice – Der zweite Mann“, Bradley Cooper für „A Star Is Born“, Viggo Mortensen für „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ und Willem Dafoe für „At Eternity’s Gate“.

Beste Hauptdarstellerin: Gewinnerin: Olivia Colman für „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“

Nominiert: Yalitza Aparicio „Roma“, Melissa McCarthy für „Can You Ever Forgive Me?“, Glenn Close für „Die Frau des Nobelpreisträgers“ und Lady Gaga für „A Star Is Born“.

Bester Nebendarsteller: Gewinner: Mahershala Ali für „Green Book – Eine besondere Freundschaft

Nominert: Richard E. Grant für „Can You Ever Forgive Me?“, Adam Driver für „BlacKkKlansman“, Sam Elliott für „A Star Is Born“ und Sam Rockwell für „Vice – Der zweite Mann“.

Beste Regie: Gewinner: Alfonso Cuarón für „Roma“

Nominiert: Spike Lee für „BlacKkKlansman“, Pawel Pawlikowski für „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“, Giorgos Lanthimos für „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ und Adam McKay für „Vice – Der zweite Mann“.

Fremdsprachiger Film: Gewinner: „Roma“ aus Mexiko

Nominiert: Der deutsche Film „Werk ohne Autor“ von Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck, „Capernaum – Stadt der Hoffnung“ aus dem Libanon, „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“ aus Polen und „Shoplifters – Familienbande“ aus Japan. 

Beste Kamera: Gewinner: Alfonso Cuarón für „Roma“

Nominiert: „Werk ohne Autor“, „Cold War – Der Breitengrad der Liebe“, „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“ und „A Star Is Born“.

Bestes adaptiertes Drehbuch: Gewinner: Charlie Wachtel, David Rabinowitz, Kevin Willmott und Spike Lee für „BlacKkKlansman“

Nominiert: „The Ballad of Buster Scruggs“, „Can You Ever Forgive Me?“, „Beale Street“ und „A Star Is Born“.

Bestes Originaldrehbuch: Gewinner: Nick Vallelonga, Brian Currie und Peter Farrelly für „Green Book – Eine besondere Freundschaft“

Nominiert: „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, „First Reformed“, „Roma“ und „Vice – Der zweite Mann“.

Bester Schnitt: Gewinner: John Ottman für „Bohemian Rhapsody“

Nominiert: „BlacKkKlansman“, „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, „Green Book – Eine besondere Freundschaft“ und „Vice – Der zweite Mann“

Bester animierter Film: Gewinner: Bob Persichetti, Peter Ramsey, Rodney Rothman, Phil Lord und Christopher Miller für „Spider-Man: A New Universe“

Nominiert: „Die Unglaublichen 2“, „Isle of Dogs – Ataris Reise“, „Mirai – Das Mädchen aus der Zukunft“ und „Chaos im Netz“

Bester Dokumentarfilm: Gewinner: Elizabeth Chai Vasarhelyi, Jimmy Chin, Evan Hayes und Shannon Dill für „Free Solo“

Nominert: „Hale County This Morning, This Evening“, „Minding the Gap“, „Of Fathers and Sons“ und „RBG“ 

Bestes Kostümdesign: Gewinnerin: Ruth Carter, „Black Panther“ 

Nominiert: „The Ballad of Buster Scruggs“, „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, „Mary Poppins‘ Rückkehr“, „Maria Stuart, Königin von Schottland“.

Beste Filmmusik: Gewinner: Ludwig Goransson für „Black Panther“

Nominiert: „BlacKkKlansman“, „Beale Street“, „Isle of Dogs – Ataris Reise“ und „Mary Poppins‘ Rückkehr“.

Bester Song: Gewinner: Lady Gaga, Mark Ronson, Anthony Rossomando und Andrew Wyatt für „Shallow“ aus „A Star is Born“

Nominiert: „All The Stars“ aus „Black Panther“, „I’ll Fight“ aus „RBG“, „The Place Where Lost Things Go“ aus „Mary Poppins Rückkehr“ und „When A Cowboy Trades His Spurs For Wings“ aus „The Ballad of Buster Scruggs“

Bestes Szenenbild: Gewinner: Hannah Beachler und Jay Hart für „Black Panther“

Nominiert: „Aufbruch zum Mond“, „Black Panther“, „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, „The Favourite – Intrigen und Irrsinn“, „Mary Poppins‘ Rückkehr“, „Roma“.

Bestes Make-up und Beste Frisuren: Gewinner: Greg Cannom, Kate Biscoe und Patricia Dehaney-Le May für „Vice – Der zweite Mann“

Nominiert: „Border“ und „Maria Stuart, Königin von Schottland“

Beste visuelle Effekte: Gewinner: Paul Lambert, Ian Hunter, Tristan Myles und J.D. Schwalm für „Aufbruch zum Mond“

Nominiert: „Avengers: Infinity War“, „Christopher Robin“, „Ready Player One“ und „Solo: A Star Wars Story“.

Bester Ton: Gewinner: Paul Massey, Tim Cavagin und John Casali für „Bohemian Rhapsody“

Nominiert: „Black Panther“, „Aufbruch zum Mond“, „Roma“ und „A Star is Born“

Bester Tonschnitt: Gewinner: John Warhurst und Nina Hartstone für „Bohemian Rhapsody“

Nominiert: „Black Panther“, „Aufbruch zum Mond“, „A Quiet Place“, „Roma“

Bester animierter Kurzfilm: Gewinnerinnen: Domee Shi und Becky Neiman Cobb für „Bao“

Nominiert: „Animal Behaviour“, „Later Afternoon“, „One Small Step“ und „Weekends“

Bester Dokumentar-Kurzfilm: Gewinnerinnen: Rayka Zehtabchi und Melissa Berton für „Period. End of Sentence.“

Nominiert: „End Game“, „Black Sheep“, „Lifeboat“ und „A Night at the Garden“

Bester Kurzfilm: Gewinner: Guy Nattiv und Jaime Ray Newman für „Skin“

Nominiert: „Detainment“, „Fauve“, „Marguerite“ und „Mother“

Oscar-Party?
Einige richtige Oscar-Fans scheint es in Deutschland zu geben: immerhin 4 Prozent schmeißen eine frühmorgendliche Oscar-Party vor dem heimischen Fernseher. Weitere 5 Prozent nutzen die Verleihung für ein Treffen mit Freunden und schauen gemeinsam, so eine repräsentative Umfrage von Sportwetten.de
Nur jeder zwölfte Deutsche (8 Prozent) bleibt für die Oscars jedoch extra lange auf oder stellt sich den Wecker mitten in der Nacht, um live mitfiebern zu können. Besonders engagiert (oder geübt) sind die Berliner – hier macht jeder Siebte (14 Prozent) die Nacht für die Oscars durch. Auch in Bayern und Baden-Württemberg sitzt knapp jeder Achte (12 Prozent) vor dem Fernseher, wenn die Awards verliehen werden.
Ist die nachtschlafende Zeit vorbei, zieht die Oscar-Aufzeichnung am nächsten Tag dann immerhin schon 12 Prozent vor den Fernseher. 35 Prozent der Deutschen beschränken sich jedoch auf Ausschnitte der Gala – ein Best of der Preisträger, Reaktionen und Highlights. Einem weiteren Drittel genügt es sogar die Oscar-Zusammenfassungen in Tageszeitungen und Online-Medien zu verfolgen. Dafür ist ja heute dieser Blogpost vom Scala-Kino Fürstenfeldbruck.

Natürlich zeigt das Scala einige der Oscar-Filme.
Natürlich zeigt das Scala einige der Oscar-Filme.

Unterhaltung oder Kultur?
Der „Gossip“-Aspekt scheint bei den deutschen Oscar-Interessierten eine eher untergeordnete Rolle zu spielen: das Schaulaufen auf dem roten Teppich und die Kleiderwahl der Promi-Damen interessiert nur jeweils 37 bzw. 38 Prozent – bei den deutschen Frauen sind es jedoch einige mehr (48 und 51 Prozent). Noch weniger Interesse rufen die Moderation (26 Prozent) oder die Dankesreden der Gala hervor.
Knapp drei von vier Deutschen (73 Prozent), die die Oscars verfolgen, geht es um das Wesentliche: die nominierten und ausgezeichneten Filme. Das Interesse der Oscar-Freunde reicht dann jedoch nicht ganz so weit: über die Hälfte (58 Prozent) schaut dann nur maximal drei der vorgestellten Filme. 17 Prozent schauen bis zu sieben und immerhin jeder Sechste (16 Prozent) schaut bis zu zehn Filme der jährlichen Oscar-Verleihung.

Auf Wiedersehen und Film ab im Scala,
Euer Matthias vom Scala-Kinematograph

Blogger Matthias J. Lange bloggt für Scala Kino Fürstenfeldbruck

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